Showaufbau DMXC3

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Books.png Showaufbau DMXC3 Artikel beschreibt
DMXControl 3.2.0
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Allgemeines
Teil 2: Quickstart
Teil 3: Tipps und Tricks
Teil 4: Programmfunktionen


Wie kann eine Show in DMXControl 3 sinnvoll aufgebaut werden? Das ist eine Frage, die gerade bei größeren Projekten möglichst zu Beginn so weit beantwortet werden, damit man sich selbst während des Programmierens nicht verzettelt, insbesondere wenn es an Änderung von einzelnen Lichtstimmungen geht. Hier ist eine systematische Arbeitsweise von Beginn an hilfreich, um auch nach einiger Zeit seine eigene Arbeit schnell nachvollziehen zu können.

Dieser Artikel greift hierbei ein paar Punkte von DMXControl 3 auf und versucht die Unterschiede von verschiedenen Arbeitsweisen zu verdeutlichen. Auch werden insbesondere für Umsteiger interessante Vergleiche zu DMXControl 2 gezogen.

Grundsätzlich ist es möglich, die jeweiligen Konzepte auch gleichzeitig zu verwenden - eine softwareseitige Beschränkung gibt es nicht. In dem Fall ist es stattdessen sehr empfehlenswert, auch hier mit einer nachvollziehbaren Systematik zu arbeiten oder die zahlreichen Möglichkeiten zur Beschriftung und Kommentierung zum Beispiel in den Cuelists selbst zu nutzen.

Cue vs. Preset

Cuelists müssen nicht nur ausschließlich aus vielen individuellen Cues bestehen. Manchmal sollte man sich überlegen, ob die Nutzung von Presets von Vorteil ist und diese das Programmieren einer Show erleichtern.

Anwendungsfall: Ich möchte eine bestimmte Farbe eines LED-Scheinwerfers, zum Beispiel ein helles Orange oder ein Magenta an mehreren Stellen in meiner Show verwenden. Die Farbe ist aber komplett frei gemischt, das heißt im Falle des Oranges lauten die RGB-Werte 255; 102; 25.

Im Prinzip kann man die gewünschte Farbe oder jede andere gewünschte Eigenschaft manuell in jeder Cue hinterlegen. An dieser Stelle sind Presets jedoch die bessere Wahl, weil eine bestimmte Farbe, eine bestimmte Position oder auch eine bestimmte Bewegung mehrfach im Projekt verwendet wird. Bei der Nutzung von Presets gilt es aber immer zu beachten, auf welche Weise das jeweilige Preset zum Einsatz kommt. Entsprechende Erläuterungen zu den Verwendungsarten eines einzigen Presets sind unter Presets nachzulesen.


 Wichtiger Hinweis Trotz der Vorzüge von Presets sollte diese Funktion für den ersten Einstieg in DMXControl 3 erst einmal außer Acht gelassen werden. Hier empfiehlt sich, mit Cuelists zu arbeiten, welche dann eine oder mehrere Cues enthalten, um auf diese Weise die grundlegende Arbeitsweise von DMXControl 3 kennen zu lernen.


Vergleich zu DMXControl 2

In DMXControl 2 ist eine Szene tatsächlich ein fester Zustand. Man speichert hier eine feste Werteverteilung bei den Gerätekanälen und damit in den aller meisten Fällen auch eine feste (Teil-) Lichtstimmung.

In DMXControl 3 ist eine Cue zwar auch eine Speicherung von Werten, aber von Geräteeigenschaftswerten. Das beinhaltet, dass auch ein Effekt (zum Beispiel ein Sägezahn auf die Color-Eigenschaft) mit in einer Cue gespeichert werden kann. So entfällt bei der Nutzung von Effekten das einzelne Abspeichern von Werten in mehreren Cues, was besonders durch Fälle wie "Helligkeit nimmt über eine Reihe von Geräten stetig zu" wurde. Einen solchen Effekt manuell selbst zu programmieren klappt in DMXControl 3 weiterhin, wäre hier aber der falsche Ansatz.

Stattdessen kann man in einer Cue mit Hilfe eines Effektes wie dem Sägezahn gleich ein ganzes Lauflicht speichern. So ist eine Cue in DMXControl 3 schon von sich aus mehr mit einer Kompositionsszene wie mit einer einfachen Szene vergleichbar. Aber Cues werden anders als bei einer einfachen Szene in DMXControl 2 fest einer Cuelist zugeordnet. So gibt es keine zentrale Cue-Bibliothek mehr wie in DMXControl 2 die Szenenbibliothek. Folglich können mehrere Cuelists auch nicht auf die selbe Cue verweisen.

Viele Cue vs. viele Cuelists

Wann ist es von Vorteil, mit wenigen Cuelists zu arbeiten, welche jedoch viele Cues beinhalten? Und wann ist das genau entgegengesetzte Szenario möglicherweise das bessere, wo viele Cuelists mit jeweils nur sehr wenigen Cues existieren? Diese Frage lässt sich auf den ersten Blick pauschal wie folgt beantworten:

  • Wenige Cuelists, dafür viele Cues pro Cuelist: Vorprogrammierte Shows für Musicals, Theaterstücke oder richtige musiksynchrone Lichtshows
  • Viele Cuelists mit nur wenigen Cues: Live-Shows in Clubs, Diskotheken und auf Partys sowie auch Konzerte von Beispielsweise Coverbands

Diese recht pauschalen Begründen sich im grundlegenden Aufbau der Show und wie die Show am Ende gefahren wird.

Ist die Setlist, das Theaterstück oder die Musik für die Lichtshow im Vorfeld mit einem ausreichenden Vorlauf bekannt, lassen sich die benötigten Lichtstimmungen sehr gezielt programmieren - man brauch nur bedingt über den Tellerrand schauen. Man kann sich beim Programmieren der Show recht genau auf das konzentrieren, was auf der Bühne passieren soll. Folglich bleibt die Komplexität des Projekts überschaubarer, was sich beim Anpassen einer einzelnen Cues an die Gegebenheit vor Ort bemerkbar macht. Einfach die Cue in den Programmer laden, entsprechende Werte korrigieren und die Cue updaten - fertig. Man muss nicht erst unter den Cuelists die richtige suchen, diese öffnen, um dort dann die ändernde Cue auszuwählen und in den Programmer zu laden. Bestehen die Cues zum Teil aus einem oder mehreren Presets, lässt sich die erforderliche Korrektur nochmal schneller vornehmen. Außerdem stellt man die Dauer von Lichtstimmungen nicht in mehreren Cuelists ein, sondern hat nur eine Cuelist, in der alle Zeiten stehen. Man müsste sich außerdem Gedanken um das Beenden der einzelnen Cuelists machen, was mit einer Cuelist, die die alle Lichtstimmungen in Form von Cues enthält auch nicht nötig ist.

Das Konzept des Arbeitens mit zahlreichen Cuelists hat aber ebenfalls einen hohen Stellenwert, wie die Anwendungsbeispiele oben zeigen: hier werden häufig flexible Lichtstimmungen und eine Art Baukastenprinzip benötigt, mit dessen Hilfe man die Show live kreieren kann bzw. kreieren muss, weil eine Setlist etc. nicht im Vorfeld zur Verfügung steht. Daher muss diese benötigte Flexibilität aus dem Projekt kommen. Dem Light-Jockey beispielsweise auch fünf verschiedene Bewegungen der selben Moving-Head-Gruppe zur Verfügung, wobei jede Bewegung in einer eigenen Cuelist gespeichert ist. Alle diese Cuelists werden dann einer Cuelist Group zugeordnet und das Ausführen nur einer Cuelist in der Gruppe erlaubt. Nun kann man sich immer eine Bewegung aussuchen, indem man eine der Cuelists startet. Durch die Cuelist Group und die gewählte Option werden dann alle anderen Cuelists dieser Gruppe automatisch beendet. Es kann hier sogar mit einer passend gewählten Release Time zwischen den Cuelists übergeblendet werden, wodurch man zum Beispiel Sprünge bei den Bewegungen vermeiden kann. Allerdings bedarf es hier auch gewisser Kreativität des LJs, immer die optimalen und somit stimmigsten Bausteine zusammenzusetzen.

So ist die Art und Weise, mit vielen Cuelists zu arbeiten, besser für LJs und Live-Lichtsteuerung geeignet, während das speichern in einer einer einzigen langen Cuelist mit einer Cue pro Lichtstimmung eher für den Theater- und / oder Musicalbetrieb von Vorteil ist.

Vergleich zu DMXControl 2

Der Vergleich der beiden Konzepte lässt sich hier mit deutlichen weniger Worten beschreiben: im Grunde genommen bestehen hier keine Unterschiede, was den Aufbau des Projekts in DMXControl 2 betrifft. In DMXControl 2 kamen nur andere Tools zum Einsatz:

  • Anwendungsfall 1: Textbuch, Audio- / Timecodeplayer oder Szenenliste
  • Anwendungsfall 2: Effektsequenzer

In DMXControl 3 spielt sich effektiv gesehen alles im Bereich der Cuelists ab, weil diese von den Möglichkeiten um ein vielfaches Leistungsfähiger sind als die einfachen Szenen in DMXControl 2.