Das Art-Net-Protokoll ist eines von mehreren Netzwerk-basierten Protokollen, um DMX-Daten in einem IP-basierten Netzwerk von einem PC auf ein oder mehrere Art-Net-Nodes zu übertragen. Die Art-Net-Nodes wandeln die über das Art-Net-Protokoll empfangenen DMX-Daten in ein klassisches DMX-Signal um. Zwischen PC und Art-Net-Nodes können sich daher auch mehrere Netzwerk-Switche befinden, wodurch sich die Daten in einem größeren Umfang auch über längere Distanzen übertragen lassen.
Weil das Art-Net-Protokoll nicht an spezifische Art-Net-Nodes eines bestimmten Herstellers oder eines bestimmten Typs gekoppelt ist, zählt die Ausgabe von DMX-Daten über das Art-Protokoll im Kontext von DMXControl 3 zu der Kategorie "Non auto detect interfaces".
Vielmehr richtet sich die Ausgabe der DMX-Daten nach der Konfiguration in DMXControl 3 und den im Netzwerk befindlichen Art-Net-Nodes. Somit verarbeiten die angeschlossenen Art-Net-Nodes nur die Daten, welche für sie direkt bestimmt sind. Dabei kann es auch sein, dass mehrere Art-Net-Nodes auf Wunsch die gleichen DMX-Universen ausgeben. Hier existieren im übertragenen Sinn gewisse Parallelen zum DMX-Protokoll bzw. DMX-fähigen Geräten.
Technische Hintergrundinformationen
Voraussetzung und Ablauf eines Verbindungsaufbaus
Damit die Ausgabe an die Art-Net-Nodes erfolgreich ist, müssen diese sich bei ihrer eigenen Netzwerk-Konfiguration im gleichen Netzwerk befinden, wie der PC, von dem die Art-Net-Daten verschickt werden. Sollte das Art-Net-Node zum Beispiel eine eigene Webseite für die Konfiguration besitzen, muss diese idealerweise aufrufbar sein. Ist dies der Fall, kann das Art-Net-Ausgabeplugin einen Aufbau zum Art-Net-Node initiieren. Dazu ruft das Art-Net-Ausgabeplugin ca. alle 5 Sekunden alle Art-Net-Nodes auf, sich zu melden (das sogenannte ArtPoll). Dieser wird per Broadcast pauschal an alle Geräte im Netzwerk verschickt. Art-Net-Nodes, die diesen Aufruf erkennen, melden sich zurück (das ArtPollReplay). Ab diesem Zeitpunkt läuft die Übermittlung nur direkt, also per Unicast. Es ist aber jederzeit möglich, später weitere Art-Net-Nodes einzubinden, da das ArtPoll-Signal kontinuierlich weiter geschickt wird. Ist ein Art-Net-Node also grundsätzlich richtig konfiguriert, kann man es auch zu einem späteren Zeitpunkt einschalten oder nochmal an einem anderen Port des Switch anschließen.
Ausgabe der Datenpakete
Entsprechend der Spezifikation des Art-Net-Prokolls erhält das Art-Net-Node immer nur dann Art-Net-Pakete, wenn sich Werte ändern. Ansonsten schickt DMXControl 3 immer nur jede Sekunde ein Art-Net-Paket, wenn sich diese nicht verändern. Dies ist zum Beispiel bei statischen Lichtszenen der Fall.
Unabhängig davon muss das Art-Net-Node selbst aber auf der Ausgangsseite kontinuierlich die zuletzt empfangenen Art-Net-Pakete als DMX-Werte in den DMX-Bus schicken. Dies bedeutet auch, dass das Art-Net-Node in der Lage sein muss, jedes DMX-Universum lokal zwischenzuspeichern, also zu cachen.
Konfiguration
Allgemeine Hinweise zur Konfiguration
Bei der Ausgabe von DMX-Daten über Art-Net existieren insgesamt drei Ebenen, die allesamt für das Funktionieren zusammenspielen und folglich zusammenpassen müssen:
- Die Zuordnung in der Übersichtstabelle der allgemeinen Konfiguration der DMX-Interfaces: DMX-Universum im Projekt -> Zuordnung zum Interface (unabhängig von der Art des Interfaces)
- Die Konfiguration in den erweiterten Einstellungen der Art-Net-Ausgabe: Art-Net-Ausgang -> Art-Net-Universum
- Die Einstellungen in den Art-Net-Nodes: Art-Net-Universum -> physischer DMX-Anschluss am Art-Net-Node
An jedem der drei Punkte kann man individuell festlegen, was wie wo geroutet wird. Hier gibt es keine einheitliche Regel, was man wie konfiguriert. Es ist vieles vom Anwendungsfall abhängig:
- Jeweils ein DMX-Universum am DMX-Anschluss des Art-Net-Nodes, sodass man möglichst viele DMX-Universen ausgeben kann.
- Verwendung des Art-Net-Nodes als Splitter, weil mehrere DMX-Linien in unterschiedliche Richtungen weggehen, welche aber alle das gleiche DMX-Universum ausgeben sollen.
- Arbeiten mit mehreren Art-Net-Nodes, die an manchen DMX-Anschlüssen sowohl die gleichen DMX-Universen ausspielen, während andere DMX-Anschlüsse auf andere DMX-Universen hören.
Einstellungen in DMXControl 3.3.0
Das Ausgabeplugin für das Art-Net-Protokoll ist für die Protokoll-Version Art-Net 4 geschrieben.
Bei der Konfiguration muss man jeweils das Net, Subnet sowie das Ausgabe-Universum bzw. das Universum für dem Empfang von DMX-Daten angeben. Diese Einstellungen müssen sich in den eingesetzten Art-Net-Nodes wiederfinden, damit diese auch DMX-Werte ausgeben können.
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Sollen mehrere DMX-Universen via Art-Net ausgespielt werden, muss das Ausgabeplugin in gleicher Anzahl hinzugefügt und konfiguriert werden. Dies ermöglicht, auch einzelne Art-Net-Universen gezielt ein- oder auszuschalten. |
In der Einstellung Zusätzliche Ziel-IP (Additional send to IP) kann man optional eine IP-Adresse des Art-Net-Nodes eingeben. Dies ist die IP-Adresse, unter der das Art-Net-Node im Netzwerk erreichbar ist. Hierbei ist zu beachten, dass diese IP-Adresse dann auch bei den weiteren Ausgabeplugins eingetragen werden muss, welche Art-Net-Daten an das gleiche Art-Net-Node schicken.
Befinden sich PC und Art-Net-Node im gleichen Netzwerk, baut das Art-Net-Node über den ArtPollReplay automatisch eine Verbindung auf, wodurch die Angabe der IP-Adresse im Regelfall nicht erforderlich ist.
Besonderheiten in DMXControl 3.2.3
Damit die Ausgabe in DMXControl 3.2.3 grundsätzlich funktioniert, muss unter den erweiterten Interface-Einstellungen unter der Einstellung Netzwerkschnittstelle (Bind to) der richtige Netzwerkadapter des PCs ausgewählt werden, über die DMXControl 3.2.3 die Art-Net-Daten ausgeben soll. Im folgenden Screenshot ist der LAN-Anschluss des PCs mit der IP-Adresse "192.168.178.21" ausgewählt.
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Abbildung 1: Erweiterte Einstellungen des Ausgabeplugins für Art-Net in DMXControl 3.2.3. |
Hierbei handelt es sich um die IP-Adresse des PCs und nicht von den verfügbaren Art-Net-Nodes. Daher sollte man hier gezielt auf die Auswahl der richtigen IP-Adresse achten, sobald der PC zum Beispiel sowohl per WLAN als auch per Netzwerkkabel verbunden ist.
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Ist der PC mit mehreren Netzwerken verbunden, zum Beispiel per WLAN mit einem Netzwerk mit Internet-Zugang und per Kabel mit dem Licht-Netzwerk, wo sich dann auch die Art-Net-Nodes befinden, sollten beide Netzwerke im Idealfall mit unterschiedlichen IP-Adressbereichen arbeiten. Andernfalls kann es trotz der eindeutigen Zuordnung der Netzwerkschnittstelle für die Ausgabe der Art-Net-Daten sein, dass das Betriebssystem im Hintergrund darauf nicht reagiert und die Art-Net-Nodes ihre Daten nicht erhalten. |
Ist der PC mit keinem Netzwerk verbunden, steht im Dropdown-Menü nur eine Software-Netzwerkschnittstelle mit der IP-Adresse "127.0.0.1"), welche die Art-Net-Daten nur auf dem PC lokal zur Verfügung stellt. Diese Loopback-Netzwerkschnittstelle ermöglicht auch anderen Programmen die Art-Net-Daten zur Verfügung zu stellen, die auf dem gleichen PC ausgeführt werden.
Links und Referenzen
Videotutorials
Auf unserem YouTube-Kanal findet ihr zu diesem Thema folgende Videos.